TCM Kräutertherapie – Einführung in die Kraft der chinesischen Natur

Die traditionelle chinesische Medizin besteht seit nun mehr als 5000 Jahren und umfasst einige therapeutische Ansätze. Neben der Akupunktur, Massage und Moxibustion möchte ich hier näher auf die TCM Kräutertherapie eingehen. Hier finden insbesondere pflanzliche Stoffe Verwendung. Aber auch mineralische und tierische Substanzen werden gerne in TCM Rezepturen angewendet. Gerade die westliche Kultur empfindet den Ansatz der chinesischen Medizin noch häufig als exotisch. Wenn man aber bedenkt, dass wir auch im Westen gerne auf Kräuter wie Kamille, Löwenzahn oder Baldrian zurückgreifen, scheint die Skepsis gegenüber chinesischen Kräutern unberechtigt.

Das bewusste Leben und eine natürliche Gesundheit gewinnen an Popularität. So ist es nicht verwunderlich, dass vermehrt auch alternative Naturheilmethoden, gegenüber „Chemiekeulen“ bevorzugt werden.

„Hokus Pokus“ TCM Kräutertherapie?

Die Zeiten in denen man bei Heilkräutertherapie an irgendwelche Schamanen und Hexen gedacht hat, sollten in unserem vollvernetzten Umfeld längst vergessen sein. Leider ist dem nicht so, da der Begriff „Heilkräuter“ etwas Mittelalterliches mit sich bringt. So scheint der Begriff für etwas zu stehen, an das man glauben muss, damit es Wirkung zeigt. Vielleicht sollte man künftig mehr über Naturstofftherapie sprechen. Denn genau darum geht es bei Heilkräutern – Um die Einnahme von naturbelassenen Inhaltsstoffen.

Einführung in die TCM Kräutertherapie

Die Behandlung mit chinesischen Kräutern macht in China ca. 70%-80% aus. Umgekehrt sieht es in Europa und Amerika aus. Hier behandelt der überwiegende Teil der Therapeuten mittels Akupunktur. Da die TCM Kräutertherapie sehr komplex aufgebaut ist, gibt es im Verhältnis nur sehr wenige Therapeuten mit einer Ausbildung in diesem Bereich.

Die Anwendung der TCM Kräutertherapie folgt einem eindeutigen Paradigma, welches Aufschluss über die Eigenschaften der Kräuter gibt. Folgende Eigenschaften stehen dabei im Fokus:

  • Temperaturverhalten
  • Geschmacksrichtung
  • Wirkrichtung
  • Funktionskreisbezug

Das Temperaturverhalten

Das Temperaturverhalten ist die wichtigste Wertung der TCM Kräuter. Dabei wird den Kräutern eine kalte, kühle, neutrale warme oder heiße Eigenschaft zugewiesen. Die Zuweisung des Temperaturverhaltens gibt Aufschluss darüber, ob ein Kraut für die Verlangsamung oder Beschleunigung physiologischer Prozesse ist.

kühl, kaltentspricht einer Verlangsamung und damit einer Verdichtung und Ansammlung
warm, heißentspricht einer aktiven Entfaltung, Beschleunigung, und damit einer Lösung

Ein grundsätzlicher Merksatz der TCM Kräutertherapie lautet:

Kühles muss man wärmen, Warmes muss man kühlen.

Die Geschmacksrichtung

Die Geschmacksrichtung gibt Aufschluss über die Wirkebene bzw. Eindringtiefe des Krautes. Demzufolge unterteilt man jedes Heilkraut in scharfe, süße, neutrale, saure, bittere und salzige Geschmacksrichtungen. Entscheidend für die Geschmacksrichtung ist die therapeutische Wirkebene.

Die Wirkrichtung

Die Wirkrichtung ergibt sich aus der Beurteilung von Temperaturverhalten und Geschmacksrichtung. Die TCM Kräutertherapie unterscheidet zwischen vier Wirkrichtungen:

  • Emporhebend
  • An der Oberfläche wirkend
  • Absenkend
  • Im Inneren wirkend

Der Funktionskreisbezug

Jedes Heilkraut ist gekennzeichnet durch seinen Bezug zu einem oder mehreren Funktionskreisen. Folgende Funktionskreise werden in der TCM Kräutertherapie angesprochen:

  • Herz
  • Lunge
  • Magen
  • Leber
  • Niere
  • Blase
  • Darm
  • Milz

Warme und heiße Kräuter wirken eher auf die Yang Aspekte von Herz, Nieren, Leber und Milz. Kühle bis warme Kräuter wirken auf die „Mitte“. Alle kühlen, kalten bis neutralen Kräuter wirken auf die Yin Aspekte von Lunge, Leber, Nieren und Magen. Mit der Yin-Yang-Lehre lassen sich die gegensätzlichen Aspekte jedes Zustandes beschreiben. Yin und Yang bekämpfen und limitieren sich demnach wechselseitig. Hat eine Seite das Übergewicht, herrscht auf der anderen Seite Mangel.

Bezeichnungen der Kräuterbestandteile

Oftmals findet man auf den Etiketten unterschiedlichster Hersteller von TCM Produkten oder aber auch in der Literatur Abkürzungen in den Kräuternamen. Welche Bedeutung diese haben, erklärt folgende Tabelle:

BezeichnungAbkürzungÜbersetzung
bulbusbulbusZwiebel
cauliscaul.Stängel
conchaconchaMuschelschale
cortexc.Rinde
cortex radicisc. rad.Wurzelrinde
flosfl.Blüte
foliumf.Blatt
fructusfr.Frucht
herbah.Kraut
pericaroiumperic.Schale
radixr.Wurzel
ramulusram.Ästchen
rhizomarhiz.Wurzelstock
semens.Samen
tubertub.Wurzelknolle

Hier findest du ein großes Sortiment an TCM Granulaten und Rohkräutern in Apothekenqualität.

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.